Schnelleres WordPress – So verringerst du die Ladezeit deiner Website

Beim Thema Suchmaschinenoptimierung (SEO) hören wir eine Menge über die Ladegeschwindigkeit der Webseite und es besteht kein Zweifel, dass es sowohl aus Sicht der Benutzerfreundlichkeit als auch aus SEO-Sicht ein nicht zu vernachlässigendes Thema ist.

Da über 60% aller Webseiten auf WordPress basieren, möchte ich in diesem Beitrag die wichtigsten Maßnahmen aufführen, wie du deine Website in WordPress optimierst und so schneller machst.

1. Halte WordPress und die verwendeten Plugins immer aktuell

Jede neue Version von WordPress und Plugins enthält neue Funktionen, Bugfixes und mehr. Halte daher dein System immer auf dem neuesten Stand, um einen problemlosen Betrieb deiner Website zu gewähleisten. Mit der neuesten Version von WordPress, deinen eingesetzten Themes und Plugins stellst du außerdem sicher, dass alle bekannten Schwachstellen behoben sind. Nichts wird dich mehr aufhalten als eine kompromittierte Website.

2. Nutze das richtige Theme

Für WordPress existieren unzählige fertige Designs (sogenannte Themes). Es spricht nchts dagegen, wenn du ein fertiges Design für deine Website nutzt, doch solltest du hier das Theme mit Bedacht auswählen.

In der Regel wird ein Theme anhand der Optik ausgewählt. Es gefällt oder spiegelt das Corporate Design des Unternehmens grundlegend wieder, oder oder oder. Doch nicht nur die Optik ist bei einem Theme entscheidend, sondern auch die technische Umsetzung. Oftmals werden Themes angeboten, die technisch nicht ideal umgesetzt sind. Und dies führt dann zu Einbußen in der Ladezeit oder zu Inkompatibilitäten mit Plugins oder späteren System-Updates.

Wähle dein Theme so aus, dass es nur die Funktionen bietet, die du wirklich benötigst. Nicht benötigte Funktionen blähen das Theme nur unnötig auf, was zu Lasten der Ladegeschwindigkeit führt, da evtl. überflüssige Funktionen trotzdem mit geladen werden. Sollte ein Theme nicht über eine gewünschte Funktion verfügen, so kann diese Funktionalität möglicherweise über ein Plugin hinzugefügt werden. Dies ist der bessere Weg, als unnötigen Ballast im Theme mit sich herumtragen.

3. Führe regelmäßig eine Datenbankwartung durch

Im Laufe der Zeit sammeln sich in der Datenbank Einträge an, die nicht mehr benötigt werden. So sind Daten von beispielsweise deinstallierten Plugins und wertlosen Beitrags- und Seiten-Revisionen in der Datenbank vorhanden.

Aus diesem Grund ist eine regelmäßige Datenbankwartung entscheidend, um deine Datenbank schlank und nutzbar zu halten. Es gibt viele Tools, die dir dabei helfen können. Ein solches Plugin ist z.B. WP-Optimize oder WP-Sweep.

Die Anzahl der Beitrags- und Seiten-Revisionen kannst du auch von Anfang an auf eine bestimmte Anzahl begrenzen. So vermeidest du das Anwachsen unzähliger Revisionen und kannst so deine Datenbank automatisch schlanker halten. Ein einfacher Eintrag in der WP-Config genügt. Mehr dazu findest du hier: https://codex.wordpress.org/Revisions#Revision_Options

4. Bilder optimieren

Bilder sind ohne Frage ein wichtiger Bestandteil einer jeden Website. Zeitgleich sind bilden sie auch den Großteil der Datenmenge einer Seite, da sie natürlich mehr (Daten-)Platz benötigen als Text oder CSS. Um deine Webseite zu beschleunigen, ist es daher wichtig, dass die Bild-Datenmengen so klein wie möglich sind, ohne dabei an Qualität zu verlieren.

Eine der besten Möglichkeiten ist es, die Bilder vor dem Upload in WordPress auf die benötigte Größe zu bringen und zu komprimieren. Für die Komprimierung von JPG oder PNG Bildern gibt es TinyPNG, einen Online-Dienst, der mit einer intelligenten Komprimierungstechnik die Datenmenge deine Bilder reduziert. Bei einem Test konnte TinyPNG mein JPG-Testbild um 30-40% der Datenmenge reduzieren (von 120 kb auf 81 kb) und dies ohne optische Qualitätsverluste!

Wenn du den Optimierungsprozess direkt in WordPress automatisiert durchführen möchtest, kannst du Plugins zur Bildoptimierung wie WP Smush oder EWWW Image Optimization verwenden. Beide Plugins komprimieren jedes Bild, das du hochlädst.

5. Caching aktivieren

WordPress erstellt beim Aufruf einer Seite dynamisch eine HTML-Version. Hierbei werden jedesmal Datenbankabfragen ausgeführt und die Einzelteile (Design, Scripte, Daten etc.) zu einer Seite zusammengestellt und ausgeliefert.

Dies ist einer der Prozesse die deine Website verlangsamen. Daher ist es sinnvoll, die fertige HTML-Seite vorzuhalten und diese auszuliefern, als sie immer neu zu generieren. Ein Caching macht genau das.

Mit dem Caching reduzierst du die Ladezeit deiner WordPress-Website. Für WordPress existieren einige Plugin-Lösungen für ein gutes Caching. Vor allem WP Super Cache, W3 Total Cache und WP Rocket sind hierbei zu erwähnen.

Wenn du technisch versierter bist, kannst du das Caching auch selbst über die htaccess-Datei implementieren. Wie du das Caching mittels der htaccess-Datei umsetzt, kannst du beispielweise hier weitere Infos nachlesen: https://ekiwi.de/anleitungen/Optimierung_und_SEO/Browser-Caching/index.html

6. Content Delivery Network (CDN) verwenden

Ein CDN, kurz für Content Delivery Network, beschleunigt deine Website durch das Laden statischer Ressourcen von dem Server, der deinem Website-Besucher am nächsten liegt, anstatt von deinem Webhosting-Server. Physische Nähe wirkt sich sehr stark auf die Ladezeiten aus, wodurch die Ladezeiten deiner Seiten verkürzt werden können.

Der Einsatz des Content-Delivery-Netzwerk (CDN) cached die Inhalte deiner Website auf diversen Servern gleichzeitig, die alle über den Globus verteilt sind. So wird auch bei großen Lastspitzen ein optimaler und schneller Datendurchsatz gewährleistet.

Mehr zum Thema CDN kannst du hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Content_Delivery_Network

7. Serveranfragen reduzieren

Damit deine Website schneller geladen werden kann, sollte das Aufrufen der Webseite so wenige Serveranfragen wie möglich produzieren. Je weniger einzelne Dateien (CSS-, Javascript-Dateien etc.) für deine Website geladen werden müssen, desto schneller ist sie übertragen.

Eine gute Möglichkeit, die Dateien zu reduzieren besteht darin, sie in weniger aber größere Dateien zu kombinieren. Der Vorteil dabei ist, dass das Herunterladen einer großen Datei ist in der Regel schneller ist, als das mehrerer kleinerer Dateien.

Um diese Kombinierung von Dateien in WordPress zu realisieren, gibt es u.a. das Plugin Autoptimize. Das Plugin kombiniert automatisch alle deine HTML-, CSS- und JavaScript-Dateien zu einer.

8. Datenminimierung / Datenpotimierung

Code-Dateien, wie beispielsweise ein CSS-Stylesheet, ist normalerweise gut strukturiert, damit es für den Menschen besser lesbar ist (zumindest, wenn der Entwickler weiß, was er tut).

Sinnvolle Kommentare und eine übersichtliche Formatierungen erleichtert das Lesen und Verstehen von Code. Für den Webbrowser hingegen ist diese Formatierung und Kommentierung uninteressant. Er wird auch ohne diese immer noch in der Lage sein, den Code fehlerlos auszuführen.

Eine Formatierung für den Menschen hat meistens zur Folge, dass die Dateien von der Datenmenge her größer als benötigt ausfallen und somit längere Ladezeiten verursachen. Sicherlich sind die Einsparungen nur marginal, aber wir wollen ja alle einfachen Möglichkeiten für ein schnelleres Laden der Website ausschöpfen.

Das Minimieren der Dateien kannst du mit dem bereits zuvor erwähnten Plugin Autoptimize oder dem Plugin W3 Total Cache direkt in WordPress automatisiert erledigen.

9. Gzip-Komprimierung aktiviere

In Punkt 4 hab ich bereits über die Komprimierung von Bildern gesprochen. Eine Komprimierung ist auch für die komplette Website möglich ist. Dies erfolgt vergleichbar mit einer Datei-Komprimierung, wie Sie es von ZIP-Dateien her kennen. Schließlich ist eine WordPress-Website nichts anderes als eine Reihe von Dateien.

Die komprimierten Dateien einer Website sind aufgrund der reduzierten Datenmenge natürlich schneller übertragen, wodurch sich die Ladezeit der Webseite stark verringert. Da alle modernen Webbrowser können komprimierte Dateien interpretieren, ist diese Maßnahme eine hervorragende Option, das Laden Ihrer Website zu beschleunigen.

Eine GZIP-Komprimierung ist einfach zu implementieren. Du kannst entweder ein Caching-Plugin verwenden, das es automatisch ausführt, oder der htaccess-Datei in dem Stammverzeichnis den folgenden Code hinzufügen.

<IfModule mod_deflate.c>
# Compress HTML, CSS, JavaScript, Text, XML and fonts
AddOutputFilterByType DEFLATE application/javascript
AddOutputFilterByType DEFLATE application/rss+xml
AddOutputFilterByType DEFLATE application/vnd.ms-fontobject
AddOutputFilterByType DEFLATE application/x-font
AddOutputFilterByType DEFLATE application/x-font-opentype
AddOutputFilterByType DEFLATE application/x-font-otf
AddOutputFilterByType DEFLATE application/x-font-truetype
AddOutputFilterByType DEFLATE application/x-font-ttf
AddOutputFilterByType DEFLATE application/x-javascript
AddOutputFilterByType DEFLATE application/xhtml+xml
AddOutputFilterByType DEFLATE application/xml
AddOutputFilterByType DEFLATE font/opentype
AddOutputFilterByType DEFLATE font/otf
AddOutputFilterByType DEFLATE font/ttf
AddOutputFilterByType DEFLATE image/svg+xml
AddOutputFilterByType DEFLATE image/x-icon
AddOutputFilterByType DEFLATE text/css
AddOutputFilterByType DEFLATE text/html
AddOutputFilterByType DEFLATE text/javascript
AddOutputFilterByType DEFLATE text/plain
AddOutputFilterByType DEFLATE text/xml

# Remove browser bugs (only needed for really old browsers)
BrowserMatch ^Mozilla/4 gzip-only-text/html
BrowserMatch ^Mozilla/4\.0[678] no-gzip
BrowserMatch \bMSIE !no-gzip !gzip-only-text/html
Header append Vary User-Agent
</IfModule>

Idealerweise testest du dann, ob die GZIP-Komprimierung einwandfrei funktioniert. Dies kannst du ganz einfach auf der Seite checkgzipcompression.com überprüfen.

Jetzt bist du dran!

Geschwindigkeit ist zweifelsfrei wichtiger Faktor für den Erfolg deiner Website. Es beeinflusst die Absprungrate, Conversions, Such-Rankings und vieles mehr. Schon Sekunden können einen großen Unterschied machen.

Zum Glück kannst du viel dagegen tun. Die oben beschriebenen Techniken sind effektive Maßnahmen, um deine WordPress-Website zu beschleunigen. Und nein, du musst nicht zwingend alle Maßnahmen umsetzen.

Es ist immer eine gute Idee mit dem zu beginnen, was in deinen Möglichkeiten und Fähigkeiten liegt. Selbst kleine Änderungen können einen großen Unterschied machen.

Denke daran: Geschwindigkeit ist nicht alles. Ziel sollte es immer sein, eine qualitativ hochwertige Website zu erstellen - optisch und inhaltlich! Die Seitenladegeschwindigkeit ist nur ein kleiner Faktor unter vielen anderen.